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13.05.2026
12:42 Uhr

Madrid probt den Aufstand: Sánchez träumt von der EU-Armee – während zu Hause die Korruption brodelt

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit auf der iberischen Halbinsel abspielt. Während Spaniens sozialdemokratischer Ministerpräsident Pedro Sánchez in Brüssel und Madrid laut von europäischer Souveränität, militärischer Eigenständigkeit und der Befreiung vom amerikanischen Einfluss schwadroniert, brennt es im eigenen Hinterhof lichterloh. Korruptionsermittlungen, eine ins Visier geratene Ehefrau und ein außenpolitischer Konfrontationskurs gegen Washington, der das Zeug zum Bruch hat – Spanien liefert gerade das Drehbuch für ein politisches Drama mit ungewissem Ausgang.

Der Bruch mit Washington

Auslöser der diplomatischen Eiszeit zwischen Madrid und der Trump-Administration war Sánchez' Weigerung, die strategisch hochbedeutsamen US-Stützpunkte Rota und Morón sowie den spanischen Luftraum für die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran freizugeben, die Ende Februar begonnen hätten. Der spanische Regierungschef warf Donald Trump vor, das Völkerrecht zu missachten und außenpolitische Alleingänge ohne internationale Abstimmung zu betreiben.

Die Reaktion aus Washington ließ nicht lange auf sich warten – und sie fiel deftig aus. Trump drohte mit Strafzöllen auf spanische Exporte, stellte den Abzug amerikanischer Truppen in Aussicht, und laut internen Pentagon-Mails prüfe das Weiße Haus inzwischen sogar die rechtlichen Möglichkeiten für einen Nato-Ausschluss Spaniens. Eine Eskalationsspirale, die zeigt, wie schnell jahrzehntealte Bündnistreue zerbröseln kann, wenn ideologische Differenzen aufeinanderprallen.

Albares' Traum von der EU-Armee

In diese aufgeheizte Atmosphäre platzte nun der Vorstoß von Außenminister José Manuel Albares. Gegenüber Politico forderte er den Aufbau einer eigenständigen EU-Armee. „Wir können nicht jeden Morgen aufwachen und uns fragen, was die USA als Nächstes tun werden", erklärte Albares mit einer Mischung aus Pathos und Trotz. Europa müsse seine Souveränität erlangen, frei sein von Zwang – sei es durch Zölle oder militärische Drohungen.

Klingt grandios. Doch wer genauer hinhört, bemerkt schnell die Widersprüche. Denn gleichzeitig betonte Albares, der Vorstoß richte sich nicht gegen die Nato, die USA blieben „der historisch natürliche Verbündete der Europäer". Man möchte also der Brust trotzig die Faust entgegenstrecken – aber bitte mit dem Hinweis, dass man sich eigentlich gar nicht streiten wolle. Eine bemerkenswerte diplomatische Akrobatik.

Alte Idee, alte Probleme

Die Vorstellung einer europäischen Armee ist keineswegs neu. Sánchez selbst forderte sie bereits im März 2025 vor dem spanischen Parlament. Doch die Hürden sind dieselben geblieben: Der Vertrag von Lissabon belässt die Verteidigungshoheit strikt bei den 27 Mitgliedstaaten. Militärische Grundsatzentscheidungen müssen einstimmig getroffen werden. Wer in einer EU-Armee letztendlich über Einsätze entscheiden würde – darüber schweigen sich die Befürworter bezeichnenderweise aus.

Hinzu kommt eine pikante Pointe: Ausgerechnet Spanien gehört seit Jahren zu den Nato-Schlusslichtern bei den Verteidigungsausgaben. Erst 2025 erreichte Madrid überhaupt das Zwei-Prozent-Ziel. Das von Trump geforderte Fünf-Prozent-Ziel? Strikt abgelehnt. Wer also militärische Eigenständigkeit predigt, aber selbst nicht bereit ist, dafür ernsthaft zu zahlen, der macht sich verdächtig schnell unglaubwürdig.

Wenn Brüssel den Geldhahn aufdreht

Besonders heikel wird Sánchez' Vorschlag, die europäische Verteidigung über gemeinsame Anleihen zu finanzieren – nach dem Vorbild der Corona-Schuldenprogramme. Genau diese Programme stehen inzwischen massiv in der Kritik. Der Europäische Rechnungshof bemängelt fehlende Transparenz, und Medienberichten zufolge sollen in Spanien rund 8,5 Milliarden Euro aus dem Corona-Wiederaufbaufonds zweckentfremdet worden sein – unter anderem für Rentenzahlungen und Sozialleistungen. Auch Italien steht im Verdacht, mit EU-Mitteln großzügig umgegangen zu sein.

Mit anderen Worten: Bevor man neue Milliardenprogramme auflegt, sollte vielleicht erst geklärt werden, wo die alten Milliarden geblieben sind. Doch das passt nicht in das Narrativ von der heroischen europäischen Selbstermächtigung, das Sánchez derzeit so leidenschaftlich pflegt.

Ablenkungsmanöver im Schatten der Justiz

Vielleicht erklärt ein Blick auf die innenpolitische Lage in Spanien, warum der Premierminister gerade jetzt die große außenpolitische Bühne sucht. Gegen mehrere Personen aus seinem unmittelbaren Umfeld wird wegen Korruption ermittelt. Auch seine Ehefrau Begoña Gómez sieht sich Vorwürfen ausgesetzt – Veruntreuung öffentlicher Gelder, unzulässige Einflussnahme, Geschäftskorruption und widerrechtliche Markenaneignung. Eine Liste, die jeden Regierungschef in Bedrängnis bringen würde.

Da kommt eine außenpolitische Konfrontation mit Trump gerade recht. Nichts lenkt so wirkungsvoll von hausgemachten Skandalen ab wie ein griffiger Feind im Ausland. Ob die spanischen Wähler diesem Ablenkungsmanöver auf den Leim gehen werden, bleibt abzuwarten.

Was bedeutet das für Deutschland?

Für Deutschland ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. Eine gemeinsame europäische Verschuldung für Verteidigungszwecke würde – wie alle bisherigen Vergemeinschaftungen – am Ende vor allem den deutschen Steuerzahler belasten. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz, die ohnehin bereits 500 Milliarden Euro Sondervermögen für Infrastruktur und Klima locker macht und damit kommende Generationen mit Zinslasten verpflichtet, wäre gut beraten, hier eine klare rote Linie zu ziehen. Doch die Erfahrungen mit der Eurokrise, mit den Corona-Hilfen und den diversen Rettungsschirmen lassen wenig Hoffnung darauf zu, dass Berlin standhaft bleibt.

Die transatlantische Partnerschaft mag in der aktuellen Form Reibungspunkte aufweisen. Doch sie pauschal aufzukündigen und durch ein bürokratisches EU-Konstrukt zu ersetzen, das schon bei kleineren Krisen an seinen Strukturen scheitert, wäre ein historischer Fehler. Wer Souveränität ernst meint, sollte zunächst in der eigenen nationalen Verteidigungsfähigkeit investieren – und nicht in einer weiteren Brüsseler Hochglanzbroschüre.

Werte sichern in unsicheren Zeiten

Was bleibt für den Bürger in einer Welt, in der altgediente Bündnisse erodieren, Regierungen Geld in fragwürdigen Programmen versenken und außenpolitische Eskapaden zur Tagesordnung gehören? Vor allem die Erkenntnis, dass politische Versprechen flüchtig sind, Papierwerte volatil bleiben und Vermögen, das in staatlichen Strukturen geparkt wird, dem Zugriff eben dieser Strukturen ausgesetzt ist. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Anker in turbulenten Zeiten bewährt – unabhängig davon, welche Regierung gerade in Madrid, Berlin oder Washington das Zepter schwingt. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportefeuille bieten sie genau das, was politische Manöver niemals liefern können: Beständigkeit.

Hinweis: Die in diesem Artikel dargestellten Inhalte spiegeln die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wider. Wir betreiben ausdrücklich keine Anlageberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen anzustellen und gegebenenfalls fachkundigen Rat einzuholen. Für Anlageentscheidungen trägt jeder Anleger die alleinige Verantwortung.

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