
Starmer am Abgrund: Labour-Regierung droht das Schicksal der Ampel
Was haben Friedrich Merz' Vorgänger-Ampel und die britische Labour-Regierung gemeinsam? Beide demonstrieren auf eindrucksvolle Weise, wie schnell linke Wahlversprechen an der harten Realität zerschellen können. In London tobt derzeit ein politisches Beben, das den Premierminister Keir Starmer das Amt kosten könnte – und zwar schneller, als ihm lieb sein dürfte.
Ministerinnen empfehlen den Abgang
Nach Berichten der BBC soll ausgerechnet Innenministerin Shabana Mahmood ihrem Chef nahegelegt haben, einen geordneten Rückzug vorzubereiten. Auch Außenministerin Yvette Cooper habe Starmer laut Sky News und „Guardian“ zum Rücktritt geraten. Es ist ein Vorgang, der in seiner Brisanz kaum zu überbieten sei: Wenn die eigenen Ministerinnen dem Regierungschef die rote Karte zeigten, dann sei das politisch das Äquivalent eines Misstrauensvotums hinter verschlossenen Türen.
Vor einer Kabinettssitzung am Dienstag müsse Starmer nun seine Optionen abwägen. Ein nicht namentlich genannter Kabinettsminister räumte gegenüber dem „Guardian“ ein, im Kabinett gebe es „unterschiedliche Ansichten darüber, wie es weitergehen soll“. Im politischen Sprachgebrauch heißt das übersetzt schlicht: Das Ende naht.
Wähler haben Labour den Stinkefinger gezeigt
Der Hintergrund dieser Palastrevolte ist ein historisches Wahldebakel. Bei den Kommunalwahlen in England verlor Labour über 1.400 Mandate – ein Aderlass biblischen Ausmaßes. Noch bitterer fiel das Ergebnis in Wales aus, jener Region, die jahrzehntelang als uneinnehmbare Bastion der Sozialdemokraten galt. Dort stürzte Labour bei der Parlamentswahl auf den dritten Platz ab, hinter die Unabhängigkeitspartei Plaid Cymru und – Achtung – hinter Nigel Farages Reform UK.
Damit zeichnet sich auf der Insel ab, was sich auch auf dem europäischen Kontinent immer deutlicher abzeichnet: Die Wähler haben genug vom linken Establishment, von ideologiegetriebener Politik, von Klimadogmatismus und ungebremster Migration. Sie wenden sich konservativen, patriotischen Alternativen zu. Ein Trend, den die etablierten Parteien wahlweise ignorieren oder als „rechtspopulistisch“ diffamieren – ohne zu begreifen, dass genau diese Arroganz sie das Vertrauen gekostet hat.
Aufstand der Hinterbänkler
Innerhalb eines einzigen Tages entzogen mehr als 70 der rund 400 Labour-Abgeordneten ihrem Premier öffentlich die Unterstützung. Vier parlamentarische Assistenten – darunter Mitarbeiter aus dem Gesundheitsministerium, dem Umweltministerium, dem Cabinet Office sowie aus dem Team des Vize-Regierungschefs David Lammy – traten am Montagabend zurück und forderten Starmer unverblümt zum Rücktritt auf.
Diese sogenannten Parliamentary Private Secretaries gelten als „Augen und Ohren“ der Minister im Unterhaus. Wenn diese Posten reihenweise geräumt würden, signalisiere das im britischen Politikbetrieb traditionell den Anfang vom Ende.
Starmer gibt den Trotzigen
Der Premierminister selbst gab sich bei einer Krisenrede am Montagvormittag kämpferisch. Er wisse um seine Zweifler und werde diese von sich überzeugen, ließ er verlauten. Wer die Geschichte britischer Regierungschefs kennt, der weiß: Solche Bekenntnisse sind meist die letzte Verteidigungslinie vor dem politischen Exitus. Boris Johnson sagte ähnliches, bevor er aus der Downing Street fliehen musste. Auch Theresa May klammerte sich an ihr Amt – bis es nicht mehr ging.
Eine Lehre für Deutschland?
Was sich in Großbritannien abspielt, sollte auch in Berlin sehr genau beobachtet werden. Die Parallelen zur deutschen Politik sind unübersehbar: Eine Regierung, die mit großen Versprechen antritt, an ihren eigenen ideologischen Ansprüchen scheitert und am Ende vom Wähler abgestraft wird. Die Ampel-Koalition hat dieses Lehrstück bereits abgeliefert. Ob die nun amtierende Große Koalition unter Friedrich Merz daraus lernt, oder ob auch sie die Wähler mit gebrochenen Versprechen – Stichwort: 500-Milliarden-Schuldenpaket – verprellt, bleibt abzuwarten.
Eines jedenfalls zeigt der britische Fall überdeutlich: Politik, die sich vom Volk entfernt, wird über kurz oder lang vom Volk entfernt. In Großbritannien ist man dabei, diese Lektion gerade besonders schmerzhaft zu erleben. Die Anleger und Bürger, die in unsicheren politischen Zeiten Stabilität suchen, wenden sich derweil verstärkt bewährten Werten zu. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Anker der Vermögenssicherung bewährt – gerade dann, wenn Regierungen wanken und Währungen unter Druck geraten. Eine sinnvolle Beimischung in ein breit gestreutes Portfolio kann in solchen Phasen der politischen Unsicherheit Gold wert sein – im wahrsten Sinne des Wortes.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











